Rezension „Kashgar“

  • Verlag: Kosmos
  • Autor: Gerhard Hecht
  • Spieleranzahl: 2 - 4 Spieler
  • Alter: ab 12 Jahren
  • Dauer: ca. 45 - 60 Minuten
  • Jahrgang: 2013
Kashgar (Kosmos)

Die übliche quadratische Box von Kashgar beinhaltet einen großen Stapel Karten, nämlich 165 an der Zahl. Außerdem gibt es ein Spielertableau für jeden Spieler, sowie Muli-, Gold- und Gewürzmarker, um den Besitz der Spieler anzuzeigen. Da die Box die übliche Kosmos-Größe hat, ist man nach dem Öffnen etwas überrascht, dass man „nur“ sehr überschaubares Material findet. Zwar sind es, wie gesagt, recht viele Karten, doch sonst ist schon noch ziemlich viel Luft in der Schachtel. Ok, vermutlich soll die Box dadurch im Shop-Regal besser auffallen.

Jeder Spieler beginnt mit drei Karawanen. Jede Karawane besteht aus einer Kartenreihe, anfangs aus einem Patriarchen und einer weiteren Karte. Der Spieler an der Reihe wählt eine der Aktionen der vordersten Karten der verschiedenen Karawanen aus. So gibt es Aktionen, die man immer wieder nutzen kann; die benutzte Karte wird dann einfach wieder hinten in die Karawane eingereiht. Außerdem gibt es auch sogenannte Abschiedsaktionen, nach deren Nutzung die Karte abgelegt wird. Mit manchen Aktionen kann man weitere Karten in die Karawanen einfügen, oder man kann seine Gewürzbestände aufwerten, oder man kann Aufträge erfüllen (die in einer allgemeinen Auslage bereit liegen), und und und und. Man bestückt also nach und nach seine Karawanen mit interessanten Karten, so dass „Kashgar“ eine Art Deck-Building Game ist, mit der Besonderheit, dass die Karawanen eben offen ausliegen und dass man quasi verschiedene Decks hat, durch die man mit seinen Aktionen „durchmarschiert“. Auch für die Gegner ist also immer sichtbar, welche Karte sich in welcher der Karawanen an welcher Stelle befindet.

Diese Art von Karten-Handling ist eigentlich ganz interessant, wenn auch anfangs etwas fummelig. Ständig muss man ja eine genutzte Karte hinten wieder einreihen. Anfangs hatte mich das ziemlich gestört, fast schon genervt. Nach ein paar Partien ging das aber in Fleisch und Blut über und letztendlich hatte ich mich daran gewöhnt. Was mir auch ganz gut gefällt ist, dass die Downtime recht kurz ausfällt. Kartenaktion aussuchen, Aktion ausführen, weiter geht’s… das läuft flott, das macht eigentlich aus Spaß. Zwischendurch hatte ich aber immer wieder das Gefühl, den Ablauf nicht richtig steuern zu können, es packte mich also nicht richtig. Trotzdem ist es ein brauchbares Familienspiel und das auch, wenn man sonst nicht so viel mit Deckbau-Spielen anfangen kann. Die relativ kurze Spieldauer trägt auch dazu bei.

Fazit: Deckbau mal anders, brauchbares Familienspiel, funktioniert aber auch zu zweit recht gut.

(c)2013 Dirk Trefzger

Material

Regeln

Idee

Spielreiz

Wir danken Kosmos für die Zusendung eines Rezensionsexemplares!

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