Rezensionen zu Karten- und Brettspielen

Rezension „Holmes – Sherlock gegen Moriarty“

  • Verlag: Kosmos
  • Autor: Diego Ibánez
  • Spieleranzahl: 2 Spieler
  • Alter: ab 10 Jahren
  • Dauer: ca. 30 Minuten
  • Jahrgang: 2017
Holmes - Sherlock gegen Moriarty (Kosmos)

Das Spiel der bekannter 2-Spieler-Reihe von Kosmos kommt in der üblichen kleinen quadratischen Box daher. Im Inneren der Box findet man einen kleinen Spielplan, 6 Aktionsmarker (3 x Holmes, 3 x Moriarty), 24 Einflussmarker, 10 Personenkarten, 52 Hinweiskarten, 2 Rollenkarten, 2 Karten für die Mycroft-Variante, 2 Übersichtskarten sowie die Anleitung mit gerade einmal 8 Seiten. Das Regelwerk ist übersichtlich, gut strukturiert und angenehm kurz. Ein recht schneller Einstieg sollte möglich sein. Wie der Titel schon deutlich macht. Einer der Spieler übernimmt die Rolle des Sherlock Holmes, der andere die Rolle des James Moriarty.

Sieht man ein Spiel, welches „Holmes“ heißt, dann erwartet man vielleicht ein typisches Deduktionsspiel; und da ich absolut kein Fan von Deduktionsspielen bin, war ich deshalb anfangs etwas skeptisch. Das Lesen der übersichtlichen Anleitung zeigt dann aber, dass es keinesfalls ein Deduktionsspiel ist. Stattdessen sammelt man Kartensets und führt Aktionen im Stil eines einfachen Workerplacement-Spiels aus… und das wiederum ist ein Genre, welches es bei mir meist leicht hat. 😉 

Beide Spieler versuchen, möglichst „wertvolle“ Hinweiskarten zu sammeln. Gemäß der Story tut das Holmes aus anderen Gründen wie das Moriarty macht, doch unter dem Strich geht es einfach um das Sammeln von Kartenreihen. Es gibt Hinweiskarten in den Werten 3 bis 9 und es gibt besondere Hinweiskarten in Form von „Kartenfragmenten“. Die gesammelten Karten liegen offen vor dem Spieler aus, so dass der Gegner immer sehen kann, welche Kartenreihen vorhanden sind. Daneben können die Spieler aber auch verdeckte Karten bekommen, die dann erst bei Spielende angelegt werden müssen: Joker gibt es auch, die dann an beliebige Reihen angelegt werden dürfen. Die Punktesystematik ist so: die 7er Karten gibt es 7x … hat ein Spieler 5 Karten und der andere Spieler 3 Karten (inkl. einem Joker), dann erhält der Spieler mit mehr 7ern 4 Punkte, nämlich 7 – 3 Punkte. Der andere Spieler bekommt nichts. Verstanden?… das ist recht knifflig und interessant. Die Aktionen werden über die Aktionsmarker (quasi die Arbeiterfiguren) ausgewählt. Der Spieler wählt eine Personenkarte des Spielplans (man startet mit 5 Karten und an jedem Tag kommt eine neue zufällige Person dazu) und packt einen Marker liegend auf die Karte. Am liegenden Marker erkennen die Spieler, dass dieser Marker schon genutzt wurde. Stehende Marker können also noch genutzt werden. Zwei Marker desselben Spielers dürfen nicht auf einer Karte sein. Marker beider Spieler aber schon. Ist das nach der Runde (also jeder Spieler 3 Aktionen) der Fall, dann ist diese Personenkarte für die nächste Runde nicht verfügbar. Es werden 7 Runden (Tage genannt) gespielt. Nach dem 7. Tag folgt die Wertung. Natürlich gewinnt der Spieler mit den meisten Punkten.

Drei der Personen sind schon fest auf dem Spielplan aufgedruckt. Diese Personen stehen also immer zur Verfügung, da sie nicht umgedreht werden können. Zwei zufällige weitere Personen liegen von Anfang an schon aus, vor jeder weiteren Runde (Tag) kommt eine neue Person dazu. Die Personen haben unterschiedliche Aktionsmöglichkeiten. So bekommt man über manche Personen die wichtigen Einflussmarker. Andere Karten erlauben es dann, solche Einflussmarker in Hinweiskarten zu tauschen. Oft sucht sich der aktive Spieler die ergatterten Hinweise von der offenen Auslage aus. Teilweise darf man aber auch Karten vom verdeckten Stapel nehmen.

Eine Partie dauert gerade einmal 30 Minuten und ist damit angenehm kurz für ein leichtes und trotzdem interessantes Workerplacement-Spiel. Die Aktionen der unterschiedlichen Personen sind leicht zu verstehen. Kompliziert ist das wirklich nicht. Auch Einsteiger sollten keine Probleme mit „Holmes“ haben. Die Art, wie die Punkte erzielt werden, macht das Ganze dann doch noch leicht knifflig. Auch wenn es eigentlich egal ist, was man für Karten sammelt, um Punkte zu bekommen, das gewählte Thema passt trotzdem zum Spiel und gefällt mir auch recht gut.

„Holmes“ ist kein ganz neues Spiel, es ist eine Neuauflage der spanischen Erstauflage aus dem Jahr 2015 (Devír). Für mich war es aber neu, da ich mich mit der Erstauflage nicht beschäftigt hatte. Die Tatsache, dass es sich um ein Workerplacement-Spiel und nicht um ein Deduktionsspiel handelt, kam mir dann eh noch deutlich entgegen. Auch wenn ich Leute kenne, die Workerplacement gar nicht mögen: ich halte die WP-Fahne hoch… einer meiner Lieblingsmechanismen.

Der Spielplan ist zweckmäßig gestaltet, das Kartenmaterial – im Wesentlichen die Personen und die Hinweise gefällt mir ganz gut. Die Hinweismarker sind kleine Lupen-Tokens, die Aktionsmarker sind kleine Holzfiguren. Die Ausstattung ist nicht üppig, aber optisch ganz nett. Insgesamt macht „Holmes“ nicht wirklich was richtig neu, doch die Mischung ist recht gelungen. Bei uns wird das einfache Workerplacement-Spiel immer wieder mal den Weg auf den Tisch finden.

Fazit: einfaches Workerplacement-Spiel mit Sherlock-Thema.

(c)2017 Dirk Trefzger

Material

Regeln

Idee

Spielreiz

Wir danken Kosmos für die Zusendung eines Rezensionsexemplares!

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