Rezension „My City“

  • Verlag: Kosmos
  • Autor: Reiner Knizia
  • Spieleranzahl: 2 - 4 Spieler
  • Alter: ab 10 Jahren
  • Dauer: ca. 20 - 30 Minuten
  • Jahrgang: 2020
My City (Kosmos)

In der quadratischen Box von „My City“ findet man 4 doppelseitige Spielpläne, 96 Gebäudeplättchen mit TETRIS-ähnlichen Formen, 8 Umschläge, die man nach und nach öffnen darf, 4 Zählsteine, 24 Spielkarten und die Spielanleitung mit 8 Seiten.

Das Plättchen-Lege bzw. -Puzzle-Spiel von Reiner Knizia ist tatsächlich zum „Spiel des Jahres 2020“ nominiert. Altmeister Reiner Knizia hat hier ein einfaches Legacy-Spiel (quasi ein Legacy-Light) Spiel entworfen, welches uns tatsächlich über die ganzen Partien sehr viel Spaß gemacht hat… und ehrlich gesagt: bei den Spielen von Reiner Knizia war das in den letzten Jahren leider nicht mehr oft der Fall. Ja, es gibt ein paar coole Klassiker, die ich auch in meiner Sammlung habe, aber von den letzten Jahrgängen ist da nicht viel hängen geblieben. Aber „My City“ – so einfach es auch sein mag – hatte uns irgendwie gefesselt.

Da sich das Spiel bzw. die Regeln und das Material des Spiels über die Partien hinweg immer weiter entwickelt, kann ich nicht viel verraten, ohne zu spoilern; ich werde deshalb die Ausführungen recht allgemein halten, damit keine Überraschungen vorweg genommen werden. Lasst euch vom Inhalt der Umschläge selbst überraschen.

Jeder Spieler hat ein eigenes Landschaftstableau, welches in ein Raster aus kleinen Quadraten eingeteilt ist. Es sind Bäume, Felsen, Gebirge und Wald zu sehen. In der Mitte verläuft ein Fluss von oben nach unten. Jeder hat von Beginn an ein Sortiment an Gebäudeplättchen in drei Farben. Die Teile gibt es in unterschiedlichen Formen. Das grundlegende Regelheft hat – wie schon erwähnt – acht Seiten. Davon nehmen die grundlegenden Regeln gerade einmal 5 Seiten ein. Entsprechend schnell findet man natürlich in das Spiel rein. Der Schwierigkeitsgrad startet bei Familienspiel und wird durch die Entwicklung zu einem gehobenen Familienspiel… super spielbar mit Gelegenheitsspielern.

Neben dem grundlegenden Material findet man eben diese acht Umschläge in der Box. Jeder Umschlag gilt für drei Partien. Diese jeweils drei Partien bilden dann ein Kapitel. Mit 8 Umschlägen spielt man also insgesamt 24 Partien. Vor der ersten Partie öffnet man also den Umschlag für Kapitel 1 und liest die Regeln dieses Kapitels vor. Ein Beiblatt im Umschlag gibt einen Überblick, welche Besonderheiten es in diesem Kapitel gibt. Eine Partie dauert gerade mal 20 Minuten zu zweit. Zu mehrt nur minimal länger, da man zumeist gleichzeitig spielt. Die Wertungen und die Verteilung der Boni dauern dann halt etwas länger.

Im Kern läuft das so: es gibt einen Kartenstapel mit den verschiedenen Gebäuden. Der wird gemischt und nach und nach werden die Karten aufgedeckt (einzeln). Die Spieler suchen das entsprechende Gebäude und bauen es in der eigenen Landschaft an. In der ersten Partie baut man sein erstes Gebäude an den Fluss, anschließend muss man Gebäude an vorhandene Gebäude bauen. Bäume, die zum Schluss nicht überbaut wurden, bringen Punkte; Felsen, die nicht überbaut wurden, bringen Minuspunkte. Freie hellgrüne Felder bringen Minuspunkte. Nach jeder Partie werden – abhängig von der Rangfolge der erzielten Punkte – Boni an die Spieler verteilt. Man klebt Sticker auf, man malt Erfolge ein, etc….

Ich hätte nicht ernsthaft damit gerechnet, dass uns „My City“ so fesseln könnte. Aber es war tatsächlich so, dass wir immer mindestens ein ganzes Kapitel (also 3 Partien) hintereinander gespielt haben… und dann hatten wir wieder große Lust, schon den nächsten Umschlag zu öffnen und weiterzuspielen.

Damit das Spiel nach dem Durchspielen nicht wertlos wird, gibt es auf der Rückseite der Spielertableaus eine Landschaft für das sogenannte „ewige Spiel“. Damit kann man nach dem Absolvieren der kompletten Kampagne das Spiel immer und immer wieder spielen. Ich bezweifle zwar, dass die Einfachheit des Spiels auch nach der Kampagne noch für viele weitere Spiele ausreichen wird, aber trotzdem schön, dass man einen solchen Modus gedacht hat.

Mein Kandidat für den Preis „Spiel des Jahres 2020“ steht damit fest. Großartig. Bin gespannt, wie es in der nächsten Woche ausschaut… ob ich mit meinem Tipp Recht habe. 🙂

(c)2020 Dirk Trefzger

Material

Regeln

Idee

Spielreiz

Wir danken Kosmos für die Zusendung eines Rezensionsexemplares!

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