Rezensionen zu Karten- und Brettspielen

Rezension „Evolution“

  • Verlag: Schmidt Spiele
  • Autor: Stephen Glenn
  • Spieleranzahl: 2 - 4 Spieler
  • Alter: ab 10 Jahren
  • Dauer: ca. 30 Minuten
  • Jahrgang: 2015
Evolution (Schmidt Spiele)

Evolution ist quasi die „hübsche“ Schwester des Spiels „Evolution – the Origin of Species“, welches in 2012 bereits in der deutschen Version von RBG rausgekommen ist. Letztes Jahr kam dann, über Kickstarter finanziert, von North Star Games eine neue „größere“ Version raus. Zwischenzeitlich hat sich Schmidt Spiele einer deutschen Version angenommen. Klar, die Gimmicks der Kickstarter-Version sind hier nicht dabei, trotzdem schaut das Material auch hier recht hübsch aus.

Bei Evolution geht es darum, Tier-Spezies mit Eigenschaften auszustatten, die deren Überleben sichern sollen. Dazu gibt es ein großes Deck mit Eigenschaftskarten. In der Tischmitte liegt ein kleiner Spielplan, der eine Wasserstelle zeigt. Jeder Spieler startet mit einer Spezies und erhält dazu ein Tableau und zwei braune Marker, um die Größe und die Anzahl der Tiere zu markieren. Das Spiel verläuft über mehrere Runden, bis die Eigenschaftskarten aufgebraucht wurden. Jede Runde durchläuft mehrere Phasen. Zuerst werden Karten verteilt. Jeder Spieler erhält drei Karten + zusätzliche Karten für jede eigene Spezies, anfangs also vier Karten. Nun suchen sich die Spieler jeweils eine dieser Karten aus und legen diese verdeckt auf den Spielplan in der Mitte Diese Karten geben an, wie viele Nahrungsmarker (für Pflanzenfresser) für die Fütterungsphase aufgefüllt werden.

Beginnend beim Startspieler (anschließend reihum) nutzen die Spieler nun ihre Handkarten, um verschiedene Aktionen ausführen zu können. Die Hauptaktion ist dabei natürlich das Ausstatten eines vorhandenen Tieres mit einer neuen Eigenschaft. So kann man das Tier mit der Karte „Fleischfresser“ eben zum „Fleischfresser“ deklarieren, oder man kann das Tier mit „Klettern“ versehen, so kann das Tier nur noch von Tieren angegriffen werden, die auch klettern können. So gibt es viele verschiedene Eigenschaften, die das Spielgeschehen beeinflussen. Man kann die Karten aber auch nutzen (abwerfen), um die Population oder die Größe eines Tieres zu erhöhen. Auch eine neue Spezies kann so „gestartet“ werden.

Sobald alle Spieler fertig sind, geht es an die Fütterung der Tiere Reihum füttern die Spieler nun immer eines ihrer Tiere. Für Pflanzenfresser nimmt man Nahrungsmarker von der Wasserstelle in der Mitte (natürlich nur, solange dort noch welche liegen); Fleischfresser müssen andere Tiere angreifen (ggfs. auch eigene Spezies). Wird ein Tier gefressen, wird die Population um eine Stufe herunter gesetzt. Das fleischfressende Tier erhält Nahrungsmarker in Höhe der Größe des gefressenen Tieres. Stirbt ein Tier aus, fällt also die Population auf „0“, dann kommt das Tableau in den Vorrat zurück und die Eigenschaftskarten werden abgelegt. Der betroffene Spieler darf aber die gleiche Anzahl Karten vom verdeckten Stapel nachziehen Nach der Fütterung wechselt der Startspieler und es geht mit der nächsten Runde weiter, also wieder „Karten austeilen“, „Karte für die Futtermenge ablegen“, „Reihum Karten ausspielen bzw. ablegen“, „Fütterung durchführen“.

Die unterschiedlichen Eigenschaften, die man den Tieren zuordnen kann,  erlaub en wirklich interessante Kombinationen. In unseren Testpartien – speziell in den ersten beiden – gab es immer wieder mal Situationen, wo klar war, dass man sich selbst ins Knie geschossen hat, aber was soll’s, man lernt ja dazu und so wurden wir nach und nach immer besser und setzten die Eigenschaften immer gezielter ein. Im Notfall wird halt auch mal ein Exemplar der eigenen Spezies gefressen, nur um die anderen Tiere am Leben zu halten.

Optisch ist „Evolution“ sehr gelungen. Die Grafiken der Karten sind wirklich sehr hübsch. Die Tableaus der einzelnen Spezies sind dagegen eher nüchtern gestaltet. Das allerdings ist ja klar, denn man baut sich die Tiere ja erst einmal aus verschiedenen Eigenschaften zusammen. So muss natürlich das Tableau sehr neutral ausfallen. Dadurch kam bei uns aber in den Partien auch nie das richtige Gefühl auf, dass man wirklich eine eigene Spezies entwickelt hat.

Ach ja, das Spiel gewinnt man, in dem man zum Schluss die meisten Punkte vorweisen kann. Dabei zählen die gesammelten Nahrungsmarker als Punkte, aber auch die noch lebenden Spezies bringen noch Punkte (auch die Karten).

Klar ist, wer lieber vor sich hin spielt und Konfrontationen im Spiel nicht mag, der sollte die Finger von „Evolution“ lassen, denn schließlich setzt das Spiel sehr deutlich auf Konfrontation. Wem das aber liegt, bzw. wem das Spaß macht, der sollte sich das Spiel unbedingt mal anschauen. Nun, man könnte ausschließlich auf Pflanzenfresser setzen und sich dann mit entsprechenden Eigenschaften schützen, doch wenn es dann doch eine Lücke gibt und die Tiere gefressen werden, dann ist der Ärger vorprogrammiert. 😉

Die Spielanleitung umfasst 12 Seiten und bringt das Regelwerk gut und mit vielen Beispielen rüber. Dazu gibt es dann noch eine Doppelseite mit der Erklärung der einzelnen Karten. Das Material – wie schon erwähnt, speziell die Karten – ist recht hübsch.

Fazit: wer Konfrontation im Spiel mag, der sollte sich „Evolution“ unbedingt mal anschauen, ansonsten lieber Finger weg! 🙂

(c)2015 Dirk Trefzger

Material

Regeln

Idee

Spielreiz

Wir danken Schmidt Spiele für die Zusendung eines Rezensionsexemplares!

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