Rezensionen zu Karten- und Brettspielen

Rezension „Knätsel“

  • Verlag: Kosmos
  • Autor: Klaus Teuber
  • Spieleranzahl: 3 - 6 Spieler
  • Alter: ab 10 Jahren
  • Dauer: ca. 40 Minuten
  • Jahrgang: 2015
Knätsel (Kosmos)

1988 war „Barbarossa“ Spiel des Jahres. 1997 gab es eine Neuauflage, auch schon bei Kosmos. Ich besitze beide Versionen und finde das Spiel auch ziemlich cool. Bis auf den Zustand der Knete, der ja mit den Jahren nicht unbedingt besser wird, macht das Spiel auch heute noch Spaß. Knete lässt sich ja günstig und schnell durch eine neue Version austauschen, das dürfte nicht das Problem sein. Nun gibt es mit „Knätsel“ nochmals eine Quasi-Neuauflage des Klassikers, allerdings mit leicht abgewandelten Regeln.

Jetzt heißt das Spiel eben „Knätsel“, was eine Kombination aus Knete und Rätsel darstellen soll. In der quadratischen Box findet man einen runden Spielplan, 6 Knetunterlagen, Ratetrichter, Block mit Lösungszetteln, Knätselmeisterplättchen, 6 Knetstangen in den Spielerfarben, 6 Fragezeichen-Spielfiguren, 6 Ratesteine, 18 Hinweisscheiben, 6 Beutel zur Aufbewahrung der Knete und natürlich die Spielanleitung (4 Seite). Außerdem benötigt noch jeder Spieler einen Stift, um die Rätselbegriffe und die Buchstabenhinweise notieren zu können. 

Der Spielplan liegt in der Tischmitte. In die Mitte des Plans wird der Ratetrichter platziert. Dieser Trichter dient alleinig dazu, zu ermitteln, welcher Spieler zuerst mit der Lösung dran ist. Möchte nämlich ein Spieler lösen, dann wirft dieser Spieler seinen Ratestein in den Trichter. Wenn das dann zeitgleich passiert, kann man auf der Rutsche sehen, wer schneller war. Witziges Gimmick, welches aber nicht unbedingt notwendig gewesen wäre. Jeder Spieler erhält eine Knetunterlage. Auf der einen Seite sind einige Begriffe aufgedruckt, auf der anderen Seite ein paar mögliche Fragen. Dies soll speziell für die ersten Partien eine kleine Hilfestellung sein. Jeder Spieler bekommt sein Material und auch die korrekte Anzahl an Lösungszetteln und Hinweisscheiben (normalerweise 2, zu dritt aber 3).

Nun knetet jeder Spieler zwei (zu dritt drei) Objekte und schreibt den Rätselbegriff auf einen Lösungszettel. Das Knetobjekt wird mitsamt einer Hinweisscheibe auf ein Knätselfeld gelegt. Rund um das Felder herum sind Hinweisfelder aufgedruckt. Die Hinweisscheibe wandert während des Spiels im Uhrzeigersinn, bis das Rätsel gelöst wurde. Der Knackpunkt beim Erstellen der Kneträtsel ist: das Rätsel darf nicht zu eindeutig, es darf aber auch nicht zu schwer sein. Man muss also versuchen, den Begriff so darzustellen, dass man ihn mit ein paar Fragen herausfinden kann, nicht aber sofort erkennen kann. Genau das war eben auch schon der Clou beim guten alten „Barbarossa“.

Der aktive Spieler wählt eines der ausliegenden Rätsel der Mitspieler, schiebt die Hinweisscheibe um ein Feld weiter und darf dann den entsprechenden Hinweis fordern. Abhängig vom Hinweisfeld kann unterschiedliche Hinweise fordern. So darf man bei einem weißen Hinweisfeld (mit 2 Fragezeichen) zwei Fragen stellen, die der Spieler mit „ja“, „nein“, „eventuell“ oder „nicht eindeutig zu beantworten“ beantworten kann. Bei einem grauen Hinweisfeld (mit Buchstaben) kann man von den ersten 5 Buchstaben des Lösungswortes einen davon in Erfahrung bringen. Der Besitzer des Rätsels schreibt den Buchstaben dann auf den Lösungszettel. Jederzeit kann nun ein Mitspieler einen Lösungsversuch starten. Er ruft „Lösung“ und wirft seinen Ratestein in den Ratetrichter. Dann nennt er seinen Lösungsvorschlag. Falsche Antworten werfen die Spielfigur zurück, richtige Antworten bringen die Spielfigur vorwärts. Wird ein Rätsel gelöst, profitiert also zum einen der Löser der Rätsels, aber auch der Ersteller des Rätsels (abhängig von der Position der Hinweisscheibe).

Das Spiel endet, sobald eine Spielfigur das Zielfeld erreicht über überschreitet. Außerdem endet das Spiel auch, wenn dem aktiven Spieler keine fremden Rätsel mehr zur Verfügung stehen. Dann gewinnt der Spieler, dessen Spielfigur am weitesten vorne steht.

Das Spiel funktioniert genau so gut wie sein spielerischer Ahne. Die Frage wäre also nun, was „Knätsel“ von Barbarossa abhebt. Hmm… außer dem Ratetrichter als Gimmick fällt mir da nicht viel ein. Barbarossa habe ich schon soooooo oft auf Flohmärkten gesehen, für wenige Euro. Im Zweifel ein paar Euro mehr für neue Knete ausgeben und schon hat man den originalen Klassiker aus den 80er-Jahren. Das würde ich „Knätsel“ vorziehen. Wem das zu aufwändig ist, der kann sich ruhig auch „Knätsel“ kaufen, denn schlecht ist es ja nicht.

Fazit: Quasi-Neuauflage von „Barbarossa“ (Spiel des Jahres 1988), spielerisch fast identisch, nicht zwingend notwendig…

(c)2015 Dirk Trefzger

Material

Regeln

Idee

Spielreiz

Wir danken Kosmos für die Zusendung eines Rezensionsexemplares!

Schreibe einen Kommentar

Menü schließen