Rezension “Eketorp”

Eketorp (Queen Games)

Hey Hey Wickie, hey Wickie hey…. schon wieder ein Wikinger-Spiel?..hmm.. Wikinger-Spiele sind offensichtlich in, wobei ja “Eketorp” nicht wirklich neu ist, sondern quasi zum richtigen Zeitpunkt aufgewärmte Kost (bereits 2003 war das Spiel zu haben); doch auch aufgewärmte Kost kann schmecken, oder wie war das nochmal? 🙂

Das Material besteht aus…
– Spielplan
– Namensschilder für die Wikingerburgen des Spielplans
– 12 Materialkarten
– 30 Amulette
– 54 Kampfkarten
– 48 Wikinger-Figuren
– 112 Bausteine (Gras, Holz, Lehm, Stein)
– 6 Ablagetableaus
– 6 Sichtschirme
– Spielanleitung

Die Spielanleitung besteht aus 6 A4-Seiten mit ausreichend Beispielen und Abbildungen. Trotzdem war es für uns anfangs ein wenig knifflig, ins Spiel hineinzufinden; doch nach ein paar Runden ging es dann ganz gut.

Der Spielplan zeigt 6 Wikingerburgen. Jedem Spieler ist eine dieser Burgen zugeordnet. Die Spieler versuchen nun ihre Burg auszubauen, bzw. die Mitspieler daran zu hindern, deren Burg aufzurüsten.  Außer den Burgen zeigt der Spielplan noch einen Lazarettbereich; dorthin kommen die Wikinger nach den Kampfstrapazen zur Erholung und zur Heilung. Je nach Verletzungsgrad verbleiben die Figuren dort kürzer oder länger, bis sie dann wieder vom Spieler genutzt werden können. Dann gibt es noch 7 Felder für die verschiedenen Baumaterialien. Die Materialkarten geben vor, welche Bausteine in der jeweiligen Runde zur Verfügung stehen. Die Bausteine haben unterschiedliche Wertigkeiten; so ist Gras das Billigste und Stein das Teuerste. Diese Wertigkeit bestimmt auch die Punktzahl des Spielers bei Spielende (auch Amulette bringen dann noch Punkte).

Jeder Spieler erhält 4 Kampfkarten, 5 Amulette, ein Namensschild für seine Burg, ein Tableau und auch einen Sichtschirm, dann geht’s los.

Eine Spielrunde läut wie folgt ab: Zuerst wird das Material gemäß den Materialkarten auf den Spielplan gelegt. Anschließend platziert jeder Spieler seine Wikinger, die er in dieser Runde zur Verfügung hat, hinter seinem Sichtschirm auf die entsprechenden Felder. So kann man Bausteine zum Bau seiner Burg bekommen, oder aber auch Wikinger in Kampfstellung bringen, um einen Mitspieler anzugreifen. Auch seine eigene Burg kann vor Angriffen geschützt werden; aus allen diesen Möglichkeiten wählt man mittels entsprechender Platzierung seiner Figuren hinter dem Sichtschirm. Sind alle Spieler soweit, werden die Sichtschirme entfernt, und die Figuren werden auf dem Spielplan eingesetzt. Nun kommt es auf den verschiedenen Feldern eventuell zu Konflikten. Stehen z.B. 3 Figuren auf einem Materialfeld und es sind nur zwei Bausteine vorhanden, kommt es zum Kampf zwischen den entsprechenden Spielern. Die Konflikte werden mittels der Kampfkarten “abgearbeitet”. Die entsprechenden Spieler legen verdeckt eine Kampfkarte aus und die höhere Karte gewinnt den Konflikt, so geht es weiter, bis alle Konflikte bearbeitet wurden. Verletzte Wikinger kommen, wie schon erwähnt, ins Lazarett; die anderen Wikinger bringen ihre Beute heim. Mit den erbeuteten Steinen bauen die Spieler an ihrer Burg weiter. Am Schluss der Runde werden die Wikinger im Lazarett noch um ein Feld weitergeschoben (so kommen sie also mit der Zeit wieder raus und stehen dem Spieler wieder zur Verfügung)… dann geht es auf zur nächsten Runde.

Der Clou beim Abwickeln der Konflikte ist nun, dass die Spieler die ausgespielten Karten austauschen, so dass sich die “Macht der Karten” im Spiel immer ein wenig ausgleicht. Ein Spieler, der gegen eine hohe Karte verloren hat, erhält diese Karten anschließend und kann sie später selbst einsetzen. Anfangs erschien uns das komisch, aber eigentlich ist die Idee ganz gut. Mit den Amuletten, die man zu Beginn des Spiels erhält, kann man während des Spiels seine Handkarten gegen neue Karten vom Stapel austauschen. Pro ausgetauschter Karte kostet das den Spieler dann ein Amulett.

Wer am Ende des Spiels die meisten Punkte (Wert der Burg zzgl. der Punkte der Amulette) vorweisen kann, gewinnt das Spiel.

Soviel zu den Regeln; keine Gewähr auf Vollständigkeit; soll nur einen Überblick über die grundlegenden Regeln von “Eketorp” geben.

Das Material ist ganz ok. Der Spielplan ist zweckmäßig, wie auch die Wikingerkarten. Die Wikinger-Figuren sehen ganz witzig aus, mit den angedeuteten Hörnern, aber alles in allem haut mich das Material nicht vom Hocker… es ist einfach zweckmäßig und mehr nicht.

Da es bei “Eketorp” ja zwangsläufig zu kriegerischen Auseinandersetzungen kommt, ist es vielleicht nicht “jedermann’s” Sache. Man zerstört gegnerische Burgen, verteidigt die eigene Burg, kämpft um die Rohstoffe. Spielerinnen und Spieler, die gerne friedliche Aufbauspiele, ohne große Ärgerelemente, suchen, werden wohl an “Eketorp” keinen Gefallen finden. Hat man sich aber erst mal mit dem Mechanismus angefreundet (man muss die Aktionswahl der Mitspieler gut einschätzen können), kann man mit dem Spiel doch noch recht viel Spaß haben. Selbstverständlich ist der Glücksfaktor durch das verdeckte Auswählen der Aktionen recht hoch. Hat man das Glück, ohne große Konflikte an seine Bausteine zu kommen, gewinnt man schon recht viel an Vorsprung. Andererseits gleicht es sich dann wieder aus, wenn sich die Mitspieler alle auf eben diesen führenden stürzen und entsprechend seine Burg angreien… Frust-Momente sind hierbei nicht ausgeschlossen ;-))

Fazit: alles in allem ist “Eketorp” eine gelungene Mikrowellenkost, die man sich ruhig mal näher anschauen kann, wenn man nicht arg zu zart besaitet ist *ggg*

(c)2008 Dirk Trefzger

Material

Regeln

Idee

Spielreiz

Wir danken Queen Games für die Zusendung eines Rezensionsexemplares!

Schreibe einen Kommentar