Rezension „Libertalia“

  • Verlag: Asmodee
  • Autor: Paolo Mori
  • Spieleranzahl: 2 - 6 Spieler
  • Alter: ab 14 Jahren
  • Dauer: ca. 40 - 60 Minuten
  • Jahrgang: 2012
Libertalia (Asmodee)

Die Box des Piratenspiels „Libertalia“ verbirgt einen Spielplan, 6 Piratenhöhlen, 6 Siegpunktmarker, 6 Crewmarker, 180 Charakterkarten, eine Siegpunkttafel, 50 Beutestücke in einem Stoffbeutel und Dublonen ist drei Wertigkeiten. Natürlich ist auch eine Spielanleitung dabei; das Regelheft ist 12 Seiten lang.  Das Material ist recht hübsch ausgefallen, alles passt sich gut ins Thema „Piraten“ ein. Ok, die Piratenhöhlen hätten auch dicker sein können, aber das geht auch noch klar. Das Regelwerk ist nicht übermäßig schwer, trotzdem benötigt man ein paar Runden, bis man ein Gefühl fürs Spiel bekommt. Der Grund sind die viele verschiedenen Karten, die man erst mal kennenlernen muss.

Nun aber zum Spiel: die Piraten stehen kurz vor ihrer Rente und möchten nun ein letztes Mal ihre Kasse aufbessern, um vom Ruhestand auch wirklich was zu haben. Dazu werden nochmal 3 Wochen lang Schiffe gekapert und Schätze kassiert. Der Spielplan zeigt ein Schiff mit 6 Feldern für Karten sowie 6 Feldern für die Beutestücke. Jeder Spieler erhält einen nahezu identischen Kartensatz (30 Karten). Nun werden 9 Karten gezogen und jeder Spieler sucht sich genau diese Karten aus seinem Kartendeck raus, so dass dann jeder Spieler die gleiche Starthand an Karten hat. Reihum wählen die Spieler nun eine Karte aus der Hand aus und legen diese verdeckt vor sich hin; dann decken die Spieler gleichzeitig diese Karte auf. Abhängig vom Rang werden die Karten auf das Schiff ausgelegt. Die Karten beinhalten verschiedene Spezialfähigkeiten, die zu unterschiedlichen Zeitpunkten gültig sind. So ergattern die Spieler dann Beutestücke, legen ihre Piratenkarten in ihre Auslage, nutzen ggfs. die Fähigkeiten der ausgelegten Karten auch weiterhin (bis zum Ruhetag = Abschluss einer Woche). Nach den 6 Runden/Tagen und dem anschließenden Ruhetag, kommt es zur Wertung. Dort erhalten die Spieler Punkte für gesammelte Beutestücke, ggfs. auch Minuspunkte. Auch gesparte Dublonen bringen noch Punkte. Die Punkte werden auf der Siegpunktetafel abgetragen. Anschließend folgt die nächste Woche. Nach der dritten Woche gewinnt der Spieler mit den meisten Siegpunkten.  

Die 30 verschiedenen Piratenkarten sind der Motor des Spiels. Wie oben schon erwähnt, sollte man die Karten erst mal in ein paar Partien kennenlernen, um sie richtig und gezielt einsetzen zu können . Erst dann macht das Spiel wirklich Spaß und entfaltet seinen Reiz.

Etwas unglücklich gelöst ist das Thema mit den Gleichständen. Spielen die Spieler die gleiche Piratenkarte aus, wird der Gleichstand mittels dem Einflusswert der Karte entschieden. Allerdings sind die Einflusswerte so ungünstig gewählt worden, dass man, je nachdem mit welchen Farben man spielt, einen riesigen Vorteil bzw. einen riesigen Nachteil haben kann. Das geht wirklich gar nicht. Es gibt deshalb bereits Empfehlungen, mit welchen Farben man spielen sollten, wenn man mit geringer Besetzung spielt… damit diese Problem ausgeschaltet wird.

Alles in allem finde ich, dass das Piratenthema gut getroffen ist. Man muss sich etwas ins Spiel rein kämpfen, damit es gut funktioniert. Zwar ist es dann schon recht spaßig, doch vollständig überzeugen konnte mich „Libertalia“ trotzdem nicht. Irgendwie finde ich, die Mühe die man aufbringen muss, um ins Spiel zu kommen und der Spielreiz, den man dann geboten bekommt, stehen in einem leichten Missverhältnis. So kommt das Spiel zwischenzeitlich leider kaum noch auf den Tisch. Die Einflussmöglichkeiten sinken im übrigen mit steigender Spielerzahl, so dass man m.E. maximal zu dritt sein sollte bei einer Partie „Libertalia“.

Fazit: kartenlastiges Strategiespiel, Einstieg nicht soooo leicht, Spielreiz nicht soooo hoch 🙂

(c)2013 Dirk Trefzger

Material

Regeln

Idee

Spielreiz

Wir danken Asmodee für die Zusendung eines Rezensionsexemplares!

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