Rezensionen zu Karten- und Brettspielen

Rezension „Jäger + Späher“

  • Verlag: Kosmos
  • Autor: Gerhard Hecht
  • Spieleranzahl: 2 Spieler
  • Alter: ab 12 Jahren
  • Dauer: ca. 60 Minuten
  • Jahrgang: 2014
Jäger + Späher (Kosmos)

Die 2-Spieler-Reihe von Kosmos lebt. „Targi“ aus dem Jahr 2012 fand bzw. finde ich sehr gut, „Asante“ aus dem letzten Jahr war ganz ok und „Jäger + Späher“ nun ist auch ziemlich gut, soviel kann ich schon mal sagen. Das Spiel kommt in der üblichen kleinen Box daher und verbirgt einen Spielplan, 99 Spielkarten, 10 Stammesmitglieder, 30 Verbrauchssteine, 16 Hungerplättchen, 2 Siegpunktsteine sowie die Spielanleitung, die mit 6 Seiten angenehm übersichtlich ist. Die Karten sind ganz nett gestaltet von Franz Vohwinkel.

Während der Partie nutzt man seine Handkarten, um bestimmte Aktionen auszuführen, z.B. um Stammesmitglieder (kleine Holzfiguren) auf Orte (Wildnis- oder Jagdgebiet-Karten) zu setzen. Statt eine Karte auszuspielen, kann man auch Stammesmitglieder einsammeln. Das bringt unterschiedliche Rohstoffe, die man für die Herstellung von wertvollen Gegenständen nutzen kann. Fleisch nutzt man, um Hungerplättchen los zu werden. Mit zwei Fellen kann man neue Figuren auf das Lager stellen, um sie später mit der „Nachwuchs“-Karte auf seine Stammeskarte zu holen. Sobald man keine Charakterkarten mehr hat, die man ausspielen könnte (ist aber auch möglich, obwohl man noch Handkarten hat), nutzt man die Aktion „Sonnenuntergang“. Hierfür erhält man dann Punkte für seine Stammesmitglieder, abzüglich übriger Handkarten, abzüglich vorhandener Hungerplättchen. Anschließend bekommt man wieder neue Hungerplättchen (für jedes Stammesmitglied eines) und darf dann von den ausliegenden Karten wieder sechs Karten auf die Hand nachziehen. Dabei darf von den drei gebildeten Ablagen immer die oberste (freie) Karte genommen werden.

Sobald ein Spieler 24 Punkte erreicht hat, wird das Spielende eingeläutet. Erfolgt dies durch den Startspieler, hat der andere Spieler noch die Möglichkeit, nachzuziehen. Wer anschließend am weitesten vorne liegt (bzw. der Spieler, der überhaupt ins Ziel gekommen ist), gewinnt das Spiel.

Mir gefällt „Jäger + Späher“ ziemlich gut. Die Kombination aus überschaubarer Spieldauer, eingängigen Regeln und dem spannenden Spielablauf ist wirklich ansprechend. Etwas fummelig finde ich allerdings das Handling der Verbrauchssteine, mit denen man auf den Karten markiert, welche Rohstoffe nicht mehr zu haben sind. Manche werden es ganz zweckmäßig finden, mich nervt es etwas. Das ändert aber nichts daran, dass ich „Jäger + Späher“ definitiv empfehlen kann.  Was mir besonders gut gefällt, ist der Mechanismus mit den Karten. Man entscheidet selbst über den Zeitpunkt, wann man den „Sonnenuntergang“ durchführt. Zum einen wird so die Wertung ausgelöst, zum anderen darf man anschließend seine Hand wieder mit Karten aus der offenen Auslage auffüllen.

Vom selben Autor kennt man aus dem letzten Jahr „Kashgar“. Dort werden auch Kartenauslagen genutzt, allerdings bildet dort jeder Spieler eigene Kartenreihen, zu denen er Karten hinzu kauft. Hier hat man ja eine gemeinsame Kartenauslage, aus der man sich nach dem „Sonnenuntergang“ bedienen darf. Ansonsten halten sich die Gemeinsamkeiten in Grenzen. Vergleiche ich trotzdem die beiden Spiele, finde ich „Jäger + Späher“ etwas besser.

Fazit: spannendes 2-Spieler-Game… mit überschaubaren Regeln und hübscher Optik.

(c)2014 Dirk Trefzger

Material

Regeln

Idee

Spielreiz

Wir danken Kosmos für die Zusendung eines Rezensionsexemplares!

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