Rezensionen zu Karten- und Brettspielen

Rezension „Hospital Rush“

  • Verlag: Eggertspiele/Pegasus
  • Autor: Thomas Kjolby Laursen, Kare Storgaard, Steen Thomsen
  • Spieleranzahl: 3 - 5 Spieler
  • Alter: ab 10 Jahren
  • Dauer: ca. 30 - 60 Minuten
  • Jahrgang: 2014
Hospital Rush (Eggertspiele/Pegasus)

Spiele mit dem Thema „Krankenhaus“ gibt es nicht so viele auf dem Markt, zumindest kenne ich nicht viele davon, oder kenne ich überhaupt welche? Entsprechend unverbraucht fühlt sich das Thema für mich dann auch wirklich an. Gut, dass das Thema bei „Hospital Rush“ nicht ernsthaft sondern humorvoll umgesetzt wurde. Hier buhlen die Spieler um den offenen Posten des Oberarztes.

In der Box von „Hospital Rush“ findet man den doppelseitigen Spielplan, 23 Patientenkarten, 7 Spielerablagen, 10 Spielfiguren und 10 Marker aus Holz, diverse Marker und Plättchen, 7 Visitenkarte sowie die Spielanleitung  (8 Seiten) in deutscher und englischer Sprache. Die gesamte Optik des Materials ist comicartig gehalten und sieht wirklich ganz witzig aus. Damit ist „Hospital“ Rush natürlich eher eine Satire als eine Krankenhaus-Simulation. Speziell die Patientenkarten konnten für den einen oder anderen Lacher am Tisch sorgen. Die Spielanleitung umfasst nur 8 Seiten, ist gut aufgebaut und ermöglicht einen recht schnellen Einstieg ins Spiel.

„Hospital Rush“ ist ein waschechtes und recht einfach gehaltenes Workerplacement-Spiel. Jeder Spieler hat zwei Figuren, die reihum auf Aktionsfelder eingesetzt werden. Es gibt Felder, die von nur einer Figur besetzt werden können, es gibt aber auch Felder, die von beliebig vielen Figuren genutzt werden können. Ist man früher an der Reihe, kann man den Mitspielern eine begehrte Aktion vor der Nase wegschnappen, das kennt man ja von anderen Spielen dieser Art. Zusätzlich zu den „normalen“ Aktionen, wie „Patient behandeln“, „Medikamente besorgen“, „Nachtschicht“ oder „Studieren“ gibt es auch „böse“ Aktionen (erkennbar an den roten Aktionsfeldern). So kann man beispielsweise mit Sabotage den Gegnern Plättchen (Geld oder Medikamente) klauen oder man kann „Bestechung“ nutzen, um sich Prestigepunkte zu erkaufen. Auch die Aktionsfelder auf den Spielerablagen zeigen rote Aktionen. Doch es ist nicht risikolos, eine solche rote Aktion zu nutzen, denn es gibt noch das Aktionsfeld „Petzen“. Stellt ein Spieler dort eine Figur hin, dann werden alle „bösen“ Aktionen an die Geschäftsleitung gemeldet. Der petzende Spieler erhält dafür einen Geldbonus, abhängig davon, wie viele Figuren auf roten Feldern stehen. Die erwischten Spieler müssen als Strafe ein Geld-Plättchen oder einen Prestigepunkt abgeben. Dieser Ärgerfaktor macht „Hospital Rush“ dann auch aus.

Vom Grundsatz her ist das Spiel eigentlich eher leichte Workerplacement-Kost. Die Aktionsmöglichkeiten sind überschaubar… was auch mal angenehm sein kann. Dadurch verlaufen die Runden recht schnell, alles ist recht eingängig Die Aktionen mit den roten Aktionen bringen dann aber erst die richtige Würze ins Spiel. Man muss natürlich diese Ärger-Möglichkeiten mögen. Möchte man lieber friedlich vor sich hin spielen, dann ist „Hospital Rush“ sicherlich nicht die richtige Wahl, das muss einem schon im Vorfeld klar sein. Ich fand die verschiedenen Partien „Hospital Rush“ recht witzig, wie gesagt nicht besonders anspruchsvoll, aber unterhaltsam war es schon. Der Spaß der Spielrunde hängt dabei wirklich sehr deutlich davon ab, ob alle Spieler mit dem „Ärgerfaktor“ zu recht kommen. Ist dies nicht der Fall, kann die Stimmung auch mal kippen. 🙂

Die kurze Spieldauer von nur 30 bis 60 Minuten (abhängig von der Spieleranzahl) empfand ich als sehr angenehm. Einer weiteren Partie steht also nicht viel entgegen. Auf Dauer bietet mir „Hospital Rush“ etwas zu wenig Abwechslung. Trotzdem kann man sich dieses recht einfache Workerplacement-Spiel ruhig mal anschauen.

Fazit: leichtes Workerplacement-Spiel mit deutlichen Ärger-Elementen, die man mögen muss.

(c)2015 Dirk Trefzger

Material

Regeln

Idee

Spielreiz

Wir danken Eggertspiele für die Zusendung eines Rezensionsexemplares!

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