Rezensionen zu Karten- und Brettspielen

Rezension „Fifth Avenue“

  • Verlag: alea/Ravensburger
  • Autor: Wilko Manz
  • Spieleranzahl: 2 - 4 Spieler
  • Alter: ab 12 Jahren
  • Dauer: ca. 90 Minuten
  • Jahrgang: 2004
Fifth Avenue (alea/Ravensburger)

Spielmaterial:
– 1 Spielplan
– 60 farbige und 50 schwarze Baukarten
– 72 Hochhäuser
– 36 Geschäftsplättchen
– 4 Übersichtskarten
– 2 Kommissionssteine
– 6 Kommissionsplättchen
– 2 Baustopp-Schilder

Ich muss zugeben: ich bin ein Alea-Fan :-)) … die meist recht anspruchsvolle Serie von Ravensburger bringt doch immer wieder gute und komplexe Spiele heraus. Puerto Rico beispielsweise gehört auf jeden Fall zu meinen Favoriten. Wie sieht es aber nun mit dem Bauspiel „Fifth Avenue“ aus?

Die Spielregeln möchte ich nur recht kurz umreißen, da dies sonst den Rahmen hier sprengen würde:

Der Spielplan zeigt 7 Stadtvierteln, welche wiederum aus 5 verschiedenfarbigen Bauplätzen bestehen. Auf diesen Bauplätzen werden während des Spiels Höchhäuser und auch Geschäfte (Boutique, Galerie, Juwelier und Parfürmerie) errichtet. Auf welchem Stadtviertel Gebäude errichtet werden dürfen, geben die beiden Kommissionssteine vor, welche während des Spiels über den Spielplan wandern. Um Gebäude errichten zu können benötigt man möglichst viele Baukarten der entsprechenden Farbe, da die Bauplätze während des Spiels versteigert werden.

Ziel ist es, möglichst viele Hochhäuser zu errichten, die in der Nachbarschaft möglichst viele Geschäfte haben. Je nach Anzahl der Geschäft sind hier 1 – 8 Punkte pro Hochhaus erzielbar.

Ist ein Spieler an der Reihe, hat er 4 Möglichkeiten:

A – 3 Hochhäuser vom allgemeinen Vorrat nehmen

Während des Spiels können schnell mal die Hochhäuser knapp werden, so dass man kein Baumaterial zur Verfügung hat. Den eigenen Vorrat kann man mit dieser Aktion wieder aufstocken.

B – Ein Geschäft platzieren

Der Spieler darf ein Geschäft-Plättchen auf den Spielplan platzieren.

C – Eine schwarze Karte nehmen und einen Kommissionsstein versetzen

Um das Baurecht auf einem Bauplatz zu ersteigern benötigt man Karten in einer bestimmten Farbe. Die schwarzen Karten können hier als Joker verwendet werden. Außerdem darf man noch einen Kommissionsstein auf nächste Feld vorsetzen.

D – Ein Stadtviertel werten

Diese Aktion löst eine Wertung aus. Der aktive Spieler entscheidet, welches Stadtviertel gewertet wird.

Bei A/B/C daf man zusätzlich zur genannten Aktion noch 2 farbige Karten nehmen und danach einen Kommissionsstein versetzen. Bei D darf man zusätzlich zur Hauptaktion noch 2 schwarze Karten aufnehmen und danach auch einen Kommissionsstein versetzen.

Sind bereits vor einer Wertung alle Bauplätze eines Stadtviertels mit Geschäften oder Hochhäusern bebaut, darf der Spieler, der die Versteigerung gewonnen hat, entscheiden ob er einen Baustopp verhängen möchte oder nicht. Der Baustopp löst eine besondere Art von Wertung aus. Danach werden die Hochhäuser und Geschäfte entfernt und das Stadtviertel wird mit einem Baustopp-Plättchen markiert.

Am Ende einer Versteigerung werden auch Bauplätze am Central Park versteigert. Diese allerdings bringen erst am Ende des Spiels Punkte (ähnlich dem Turm bei El Grande oder den Bauern bei Carcassonne).

Das Spiel endet, wenn die Auslagereihe der Geschäfte völlig geleert wurde, oder wenn der zweite Baustopp verhängt wurde. Es kommt noch zu ner Schlusswertung. Danach gewinnt der Spieler, der die meisten Punkte erlangt hat (wer hätte das gedacht? ;-)))

So… das dürfte die meisten Regeln abdecken ;)) … die Regeln werden in der für alea üblich guten Spielanleitung erläutert. Zwar umfasst die Anleitung aufgrund der relativ komplexen Regeln immerhin 12 DINA4 Seiten, doch die enthaltenen Beispiele und Zusammenfassungen am Rand machen das Regelstudium doch relativ leicht. Auf einer Übersichtskarte findet jeder Spieler eine kurze Zusammenfassung der Aktionsmöglichkeiten, so dass auch in der „Einspiel“-phase nicht immer sofort in der Anleitung gesucht werden muss. Trotzdem benötigt man schon ein paar Züge, bis man ins Spiel richtig reinkommt… also nicht vom ersten Gefühl abschrecken lassen.

Das Spielmaterial gefällt mir allerdings nicht wirklich. Der Spielplan ist zwar zweckmäßig gestaltet, aber total hässlich :-))… die Karten für die Versteigerungen (Werte von 4 bis 6) sowie die Plastik-Hochhäuser sind ok. Die Kartonplättchen, welche die Geschäfte symbolisieren gefallen mir auch nicht. Die Spiele der alea-Serie sind meist relativ teuer. Für einen solchen Preis erwarte ich dann normalerweise auch einigermaßen hübsches Spielmaterial. .. aber dieser Spielplan <kopfschüttel>… nenene 😉

Was richtig Neues bietet das Spiel leider nicht. Bauspiele, die über Versteigerungsrunden funktionieren gibt es ja wie Sand am mehr. Das Element mit dem Bauplatz, der erst am Ende des Spiels Punkte bringt (hier Central Park) gibt es wie erwähnt auch schon in anderen Spielen. Einzig die Idee mit dem Kommissionsstein, der über den Spielplan wandert und so die Baumöglichkeiten variiert macht das Spiel nocht einigermaßen interessant. Allerdings plätscherten die Spiele bei uns trotzdem so vor sich hin. Nach der Schlusswertung kam stets die Frage auf: „War das schon alles?“…hmmm…

Fazit: für diesen Preis würde ich eher auf andere Spiele der alea-Serie zurückgreifen. Fifth Avenue muss man nicht unbedingt gespielt haben.

(c)2004 Dirk Trefzger

Material

Regeln

Idee

Spielreiz

Wir danken Ravensburger für die Zusendung eines Rezensionsexemplares!

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