Rezension „Hit Z Road“

  • Verlag: Asmodee/Space Cowboys
  • Autor: Martin Wallace
  • Spieleranzahl: 1 - 4 Spieler
  • Alter: ab 12 Jahren
  • Dauer: ca. 60 Minuten
  • Jahrgang: 2016
Hit Z Road (Asmodee)

Nun, was findet man in der Box von „Hit Z Road“? 76 Abenteuerkarten, 4 Epilogkarten, 7 schwarze und 3 rote Würfel, 4 Anführer, 4 Bietmarker, 18 Überlebende und 10 Zombies aus Holz. Dann gibt es noch das Biettableau, 4 Zugfolge-Plättchen, 2 Plättchen „Verseuchte Gegend“ und 9 Sonderplättchen.

Die erste Überraschung ist ja schon mal, dass es ein Zombiespiel von Martin Wallace ist. Mit diesem Autor verbindet man viele tolle Spiele, aber auf ein Zombie-Spiel wäre ich nie gekommen. 😉 dazu kommt, dass es vom Schwierigkeitsgrad eher ein Familienspiel ist… ein Zombie-Familienspiel… unglaublich 🙂 

Das Material ist einfach der Hammer. Das komplette Zubehör ist so gestaltet, dass es ausschaut, als ob ein altes Familienspiel zu einem Zombiespiel umgebaut worden ist. So sind die enthaltenen Karten quasi alte Kartendecks, auf die Fotos geklebt worden sind. Die Box selbst wurde mit ’nem fetten Marker von „Hit the Road“ in „Hit Z Road“ geändert. Auch die Anleitung sieht aus, als ob sie von Hand in ein Schulheft geschrieben wurde. Das durchgängige Design des Materials ist einfach der Hit… muss man so sagen.

Das Spiel selbst ist recht einfach. Jeder Spieler startet mit einigen Startressourcen, einem Team von 5 Überlebenden und einer zufälligen Spielerreihenfolgekarte. Es werden Karten als Reisewege ausgelegt. Bei 4 Spielern sind das beispielsweise 4 x 2 Karten. Ein wichtiges Element von „Hit Z Road“ ist das Bieten auf die Spielerreihenfolge, die in diesem Spiel noch wichtiger ist als es vielleicht bei anderen Spielen der Fall ist. Reihum können die Spieler Ressourcen bieten, um in der Reihenfolge möglichst weit vorne (idealerweise der Startspieler) zu sein… das steigert sich halt hoch und man hat ja gar nicht so viele Ressourcen für diese Bieterei übrig. Hier sollte man also gut haushalten und nicht zu großzügig mit seinen Geboten sein. Auch wenn man gepasst hat, kann man mit dem Bieten wieder einsteigen. Passen aber alle Spieler nacheinander, kommt es zur nächsten Phase.

In der Spielerreihenfolge sucht sich dann jeder Spieler einen Reiseweg aus und „arbeitet“ die beiden Karten dieses Weges ab. Erst die eine Karte, dann die andere Karte. Der Spieler erhält die aufgedruckten Ressourcen (man findet praktisch dieses Ressourcen auf dem Reiseweg), dann wird ggfs. die Funktion der Karte abgearbeitet, danach kommt es evtl. zum Kampf gegen Zombies (wenn entsprechende Symbole abgedruckt sind). Kommt es zum Kampf, kann der Spieler einen Fernkampf auslösen, in dem er Munitionsmarker abgibt. Pro Marker kann er zwei schwarze Würfel werfen. Treffersymbole beseitigen schon hier einige Zombies. Sind noch Zombies übrig, kommt es zum Nahkampf. Zuvor kann der Spieler durch Abgabe von Sprit-Markern auch fliehen. Sonst kommt es zum Nahkampf. Hier würfelt der Spieler erneut schwarze (ggfs. auch rote) Würfel. Treffer beseitigen auch hier wieder Zombies. Durch Adrenalin kann man ggfs. weitere Zombies erledigen. Totenkopfsymbole bedrohen die eigenen Überlebenden. Hier kann man den Verlust eines Überlebenden nur durch Abgabe eines Adrenalin-Markers verhindern. So kämpft man sich also durch. Anschließend folgen die anderen Spieler. Nachdem jeder Spieler seinen Weg gegangen ist, mal easy, mal sehr gefährlich, folgt die nächste Runde. Die Kartenauslage wird erneuert und die Reise geht weiter.

Gerade in den ersten Runden merkt man, wie wichtig es ist, mit den Ressourcen gut hauszuhalten, denn die Reise kann sehr schnell vorbei sein, wenn einem die Marker ausgehen. Schnell muss man unschöne Wege nehmen, schnell kann man keinen Fernangriff mehr ausführen, schnell kann man keine Flucht mehr wählen, wenn die Zombies die Übermacht haben… und *zack* … erledigt. 🙂

Überleben mehrere Spieler die Reise bis zum Schluss, dann wird ausgewertet. Punkte auf den gesammelten Wegekarten und Punkte für Sonderkarten, die man bei Spielende erhalten kann, in Addition ergeben die Punktzahl des Spielers. Natürlich gewinnt der Überlebende mit den meisten Punkten. Scheiden alle anderen Spieler aus (ja, es gibt tatsächlich die verpönte Player-Elimination) gewinnt der Spieler, der noch übrig ist.

Zu zweit waren die Partien recht kurz und schnell war ein Rückspiel im Gange. Auch in Vollbesetzung dauert das Spiel nicht so lange und die Downtime ist kaum vorhanden. Obwohl der Ablauf sehr einfach ist, ist das Spiel wegen der grafischen und auch thematischen Umsetzung durchaus reizvoll. Das Spiel ist ab 12 Jahren empfohlen, wobei ich nicht sicher bin, ob das Zombie-Thema wirklich schon was für 12-Jährige ist. Ok, das Thema ist ja mit einem Augenzwinkern umgesetzt und wenn man sich anschaut, was für Filme schon ab 12 Jahren freigegeben sind, ist das sicherlich kein Problem.

Spielerisch kann es zwar nicht ganz mit der überragenden Aufmachung mithalten. Zusammengefasst muss man aber sagen, dass „Hit Z Road“ ein tolles Gesamtpaket ist.

Fazit: Zombie-Familienspiel (!) in toller Aufmachung.

Material

Regeln

Idee

Spielreiz

Wir danken Asmodee für die Zusendung eines Rezensionsexemplares!

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