Rezension „Bakerstreet“

  • Verlag: Ravensburger
  • Autor: Marcel-André Casasola Merkle
  • Spieleranzahl: 2 Spieler
  • Alter: ab 10 Jahren
  • Dauer: ca. 30 Minuten
  • Jahrgang: 2003
Bakerstreet (Ravensburger)

Ravensburger erschließt den 2-Spieler-Spiele-Markt, so mein erster Gedanke, als ich das neue Spiel “Bakerstreet” von Ravensburger in den Händen hielt. “Fun for 2”, so steht’s auf der Verpackung… schauen wir mal ob das so auch stimmt 🙂

Das Spielmaterial besteht aus 2 x 30 Detektivkarten (je 5 x die Werte 0 – 5) sowie 40 Beweiskarten (je 2 x die Buchstaben A – T). Die grafische Gestaltung der Karten gefällt mir recht gut. Die Beweiskarten sind hübsch gezeichnet… allerdings wäre bei den jeweils 30 Detektivkarten pro Spieler ein wenig mehr Einfallsreichtum wünschenswert gewesen… hier zeigen alle 30 Karten das selbe Bild, was nicht unbedingt Abwechslung ins Spielgeschehen bringt 🙁

Jetzt aber zum Spielablauf selbst:

Die Vorbereitungen:
Jeder Spieler erhält die jeweils 30 Detektivkarten seiner Farbe. Diese Kartenstapel werden gemischt und jeder Spieler legt den verdeckten Stapel vor sich auf den Tisch. Die 40 Beweiskarten werden auch gemischt und in der Tischmitte kreisförmig zu 5 gleichgroßen Stapeln (ebenfalls verdeckt) ausgelegt (siehe Bild). Jeder Spieler zieht nun 3 Karten von seinem Stapel.

Die Karten:
Die 30 Detektivkarten eines Spielers bestehen aus 5 x die Werte 0 – 5. Zudem sind manche dieser Karten mit einem zusätzlichen Symbol ausgestattet. So zeigen manche Karten ein “Hand”-Symbol, manche einen “Pfeil” und einge den Vermerk “x2”.. dazu aber später mehr.

Ist ein Spieler nun an der Reihe führt er grundsätzlich eine von zwei Spielmöglichkeiten aus. Entweder er zweifelt das Gebot seines Mitspielers an oder er führt einen eigenen Zug aus:

Dazu legt er eine seiner Handkarten neben einen der 5 Beweiskarten-Stapel. Danach ergänzt er mit der obersten Karte seines Stapels seine Handkarten wieder auf 3 Stück. Danach gibt der Spieler ein Gebot ab; er schätzt die Gesamtsumme aller sechs Handkarten (also seine und die des Gegners) und nennt ein Gebot.  Ist es der erste Zug der Runde ist das Gebot beliebig wählbar, ansonsten muss das Gebot immer höher sein, als das des Gegners. Selbstverständlich besteht hier auch die Möglichkeit zu bluffen und hier den Gegner “reinzulegen” :-)))

Nach dem Gebot ist der Gegner an der Reihe. Nun zweifelt er entweder das Gebot seines Mitspielers an. Dies ist der Fall, wenn er der Meinung ist, dass das abgegebene Gebot seines Gegners zu hoch ausgefallen ist, die Handkarten also das Gebot nicht erreichen. Akzeptiert er aber das Gebot seines Gegners führt er seinen Zug aus.. d.h. Karte ablegen, Karte von Stapel ziehen, selbst Gebot erhöhen… die geht dann reihum solange weiter bis einer der Spieler das vorige Gebot anzweifelt:

Anzweifeln:
Zweifelt ein Spieler das Gebot seines Mitspielers an, wird das Gebot überprüft. Jeder Spieler zeigt offen seine Handkarten. Stimmte das Gebot, darf der Bieter einen Stapel auswählen. Wurde das Gebot zu Recht angezweifelt, darf der “Anzweifler” einen Stapel auswählen. Dieser Stapel wird dann gewertet.. und zwar wie folgt:

Wertung:
Alle Karten des Stapels werden von oben weg nach den Spielerfarben sortiert. Es fließt grundsätzlich jede Karte des Stapels ein, es sei beim Aufdecken der Karte findet sich eine Karte mit dem “Hand”-Symbol. Diese Karte beendet die Wertung. Diese Karte fließt dann auch noch in die Wertung ein, die restlichen Karten verbleiben aber am Platz und können ggfs. in spätere Wertungen einfließen. Die Punkte der Wertungskarten werden addiert. Die Farbe, mit den meisten Pukten gewinnt die Wertung. Der Spieler dieser Farbe darf dann aus den Beweiskarten eine Karte seiner Wahl raussuchen und zu sich legen. Ist in den Wertungskarten mindestens eine Karte mit einem “Pfeil” enthalten (egal welcher Spieler), wird nach der Wertung dieses Stapels auch der nächste Stapel (im Uhrzeigersinn) gewertet, so können also bei der Wertung gleich mehrere Stapel nacheinander gewertet werden (sogar ein Stapel mehrfach, wenn in allen Stapeln Pfeile enthalten sind). Außerdem ist bei der Wertung auch das “x2”-Symbol wichtig. Die Punkte der Karten bei der Wertung werden dann nämlich verdoppelt. So steigt natürlich die Chance, eine Beweiskarte raussuchen zu dürfen.

Ziel des Spiels ist es, mindestens 7 aufeinanderfolgende Beweiskarten zu sammeln (z.B. B – H). Da jeder Buchstabe 2 x vorkommt, darf jeder Spieler nur jeweils eine Karte pro Buchstabe in seinem Bestand haben. Erfüllt ein Spieler die Siegbedingung gewinnt er also das Spiel.

Die Spielanleitung ist recht kurz und erklärt die notwendigen Regeln gut verständlich. Es sind auch Beispiele enthalten, welche das Regelstudium recht leicht machen.

Zu Beginn des Spiels dachte ich: “hmmm… das könnte noch recht interessant werden…”, doch leider musste ich nach einigen Runden feststellen, dass der Einfluss auf das Spiel nicht wirklich sehr groß ist. Selbstverständlich ist der Verlauf des Spiels sehr stark von den gezogenen Karten abhängig. Natürlich ist es auch wichtig, sich ein wenig die Karten der einzelnen Stapel zu merken; sei es die Karten der Beweisstapel oder auch die gelegten Detektivkarten. Was der Spieler davon, wenn er eine Wertung auslösen darf und versehentlich einen Stapel wählt, bei welchem sein Gegner die Oberhand hat :-)))
Je mehr man sich Mühe gibt, sich die Karten zu merken, um so höher die Chancen auf erfolgreiche Wertungen, doch die Anstrengung lohnt sich meines Erachtens nicht 🙂

Ne… das Spiel ist nicht wirklich spannend… es plätscherte Runde für Runde so vor sich hin. Das Thema “Detektive” fand ich anfangs recht interessant doch das Spiel selbst ist abstrakt und das Thema wirkt ziemlich aufgesetzt… es wirkt einfach nicht so richtig rund…

Fazit: Kartenspiele-Fans können sich das Spiel ja mal anschauen, doch es gibt wirklich Bessere.. der richtige “Fun for 2” wollte sich nich einstellen…

(c)2003 Dirk Trefzger

Material

Regeln

Idee

Spielreiz

Wir danken Ravensburger für die Zusendung eines Rezensionsexemplares!

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