Rezensionen zu Karten- und Brettspielen

Rezension „Lords of Xidit“

  • Verlag: Libellud/Asmodee
  • Autor: Régis Bonnessée
  • Spieleranzahl: 3 - 5 Spieler
  • Alter: ab 14 Jahren (10 Jahren)
  • Dauer: ca. 90 Minuten
  • Jahrgang: 2014
Lords of Xidit (Libellud)

In der quadratischen Box findet an üppiges Material. Neben dem großen Spielplan, der verschiedene Städte mit unterschiedlichen Wegverbindungen zeigt, gibt es 70 Einheiten-Figuren (Kunststoff-Minis), 75 Plastik-Stockwerke der Zaubergilden, Goldmünzen, Sichtschirme, Helden aus Karton mit Standfüßen, Programmiertafeln für die Spieler, Startspieler-Plättchen und diverse andere Plättchen und Marker und weitere Zubehör. Die Anleitung ist mit 20 Seiten nicht wirklich kurz. Allerdings braucht man keine Angst vor dem Regelwerk zu haben. Die Regeln sind einfacher als man das vom Umfang her denken könnte.

Optisch erinnert die Box sehr an das tolle „Seasons“… und ja: schaut man genauer hin, dann ist es vom selben Autor und auch vom selben Grafiker gestaltet. Die Optik hat mir dort schon gut gefallen und auch hier bei „Lords of Xidit“ ist das toll gelungen. Die ganzen Einheiten sind kleine Plastik-Minis. Ok, da hätte man auch die Helden noch als schöne Figuren mit reinpacken können, aber die sind leider nur aus Stanzkarton und werden auf einen Standfuß gesteckt. Die Programmiertafeln müssen vor dem Spiel noch zusammengebaut werden, was allerdings deutlich einfach ist, als beispielsweise ein Regeln von einem schwedischen Möbelhaus zu montieren. Die Altersangabe von 14+ ist überzogen, das Spiel lässt sich sicherlich auch gut mit 10-jährigen spielen. Weder das Thema noch das Regelwerk machen die 14 erforderlich. Vermutlich ist das wieder mal den vielen enthaltenen Kleinteilen geschuldet (wegen Verschluckgefahr).

Jeder Spieler erhält einen Sichtschirm, die passende Heldenfigur, 20 Bardenplättchen, eine Programmiertafel, 3 Wertungsplättchen, 15 Stockwerke der Zauberergilden und ein neutrales Befehlsplättchen. Nach Vorgabe wird alles aufgebaut, dann kann es losgehen. Das Spiel verläuft über 12 Jahre (also Runden). In jeder dieser Runden programmieren die Spieler die Befehle, die ihrer Spielfigur erteilt werden. Jede Runde verläuft über 5 Phasen. Zuerst programmieren die Spieler ihre Schritte, dann werden diese Befehle reihum ausgeführt. In der dritten Phase folgt die Verwaltung der Stadtplättchen. Nach den Spieljahren 4, 8 und 12 folgt die militärische Erhebung, eine Art Zwischenwertung, in der die Spieler Belohnungen erhalten für die meisten Einheiten einer Klasse. Danach endet das Spieljahr, also die Runde. Nach der 12. Runde ist das Spielende. Dort werden nacheinander drei Prüfungen (Schlusswertungen) durchgeführt. Über die Wertungsplättchen wird der Sieger bestimmt.

Was kann man für Befehle programmieren? Zu allererst wäre da natürlich die Möglichkeit, die Figur auf dem Spielplan zu bewegen. Die Wege haben verschiedene Farben und der Spieler muss die passende Farbe zur Bewegung auswählt haben. Dann kann man an einem Ort eine Einheit anwerben. Dabei wird immer die „schwächste“ Einheit, die dort verfügbar ist, gewählt. Mit dem Aktionsbefehl kann man aber auch eine vorhandene Bedrohung beseitigen. Dazu muss man die passenden Einheiten haben und auch abgeben. Man kann auch Abwarten, also am Ort erst einmal nichts machen, um dann ggfs. später z.B. eine bessere Einheit zu schnappen.

Ich mach Programmierspiele. So mag ich z.B. Robo Rally oder ich mach Colt Express… eigentlich alle Programmierspiele, die ich so gespielt habe. Auch dieses hier gefällt mir sehr gut. Die Programmierungen sind übersichtlich und nicht allzu kompliziert. Man ist im Regelwerk recht schnell drin. Schade, dass man es nicht zu zweit spielen kann. Oft spiele ich die Spieler beim ersten Mal zu zweit mit meiner Frau, um sie dann später in Spielgruppen mitzunehmen. Das hier funktioniert erst ab 3 Spielern und auch bei 3 Spielern muss man noch auf einen Dummy-Mechanismus zurückgreifen, was mir grundsätzlich bei Spielen absolut nicht gefällt. Am besten fand ich „Lords of Xidit“ deshalb auch zu viert… zu fünft war es mir dann doch zu mühsam. Zu dritt mi dem Dummy-Teil fand ich es etwas mühsam… also bleibt für mich nur die Spieleranzahl 4. Das schränkt natürlich die Möglichkeiten bei diesem Spiel schon sehr ein. Trotzdem gefällt mir „Lords of Xidit“ ausgesprochen gut. Zwar ist es quasi eine Neufassung des Spiels „Himalaya“, doch das Fantasy-Setting hier gefällt mir etwas besser wie das Setting des Ursprungs, so bekommt „Lords of Xidit“ von mir in der Hauptwertung eine wirklich gute „5“.

Fazit: tolles Fantasy-Programmierspiel von den Machern von „Seasons“… gerne mal anschauen.

(c)2017 Dirk Trefzger

Material

Regeln

Idee

Spielreiz

Wir danken Asmodee für die Zusendung eines Rezensionsexemplares!

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