Rezension „Escape Tales – The Awakening“

  • Verlag: Kosmos
  • Autor: Jakub Caban, Matt Dembek, Bartosz Idzikowski
  • Spieleranzahl: 1 - 4 Spieler
  • Alter: ab 12 Jahren
  • Dauer: ca. 180 - 360 Minuten
  • Jahrgang: 2018
Escape Tales - The Awakening (Kosmos)

Ich mag ja die „normale“ Exit-Reihe von Kosmos. Es ist fantastisch, was Inka und Markus Brand da immer wieder auf die Beine stellen. Was mir allerdings bei den meisten Spielen dieser Reihe etwas fehlt, ist der Story-Faden. Ja, jedes Spiel ist irgendwie in eine Story eingebunden, aber trotzdem wirken die Rätsel dann oft zerstückelt, ohne wirklichen Zusammenhang. Früher hab ich mit großer Leidenschaft Adventure-Games auf dem Heimcomputer gespielt, so etwas wie „Monkey Island“ oder die ganzen anderen Games von Lucas Arts. Dass die Rätsel in eine packende Story eingebettet sind, das fehlte mir bisher. Mancher Rätselfall der Unlock-Serie macht das schon um einiges besser. Aber sehr gut hat mir die Einbettung hier bei „Escape Tales – The Awakening“ gefallen, welches auch bei Kosmos herausgekommen ist. Ursprünglich ist das Spiel beim polnischen Verlag „Board & Dice“ erschienen und vor zwei Jahren eben in einer deutschen Fassung bei Kosmos.

Natürlich ist es hier wieder schwer, viel über das Spiel zu sagen, ohne die Story zu spoilern… ich versuche mich deshalb recht allgemein zu halten. Wir übernehmen die Rolle eines Vaters, dessen Tochter im Koma liegt und dessen Frau vor ein paar Monaten verstorben ist. Wir versuchen alles, um Lizzy (die Tochter) aus dem Koma zu erwecken. All das ist in eine knifflige und packende Story eingebettet und fesselte uns für ca. 4,5 h an den Spieltisch. Keine Angst, man muss die komplette Story nicht am Stück spielen. Man kann die Geschichte jederzeit speichern und dann später weiter spielen. Als Spieldauer ist 3 – 6 Stunden angegeben, je nachdem wie schwer oder wie leicht man sich mit den verschiedenen Rätseln tut. Die Story entfaltet sich nach und nach und es gibt wohl diverse verschiedene Enden, die man erreichen kann.

Gesteuert wird das Ganze über Karten und Aktionsscheiben. Für die Überprüfung der Rätsellösungen benötigt man eine App. Ich weiß, das ist für den einen oder anderen schon ein No-Go, aber die App-Unterstützung hält sich hier wirklich in Grenzen. Man kann nachschauen, wie viele Karten man für ein Rätsel haben muss oder man kann sich Tipps geben lassen, der Rest läuft traditionell analog, so wie wir es gern haben. 😉  große Karten bilden Räume, Verzweiflungskarten sind der Notanker, wenn die Aktionsscheiben ausgehen; hauptsächlich die 122 Spielkarten bilden die Rätsel. Ach ja, immer wieder wird man auf Nummern im Story-Heft verwiesen, wo man dann nachlesen kann, wie es weiter geht. Diese Abschnitte sind aber immer angenehm kurz, so dass man schon mehr Zeit mit den Rätseln als mit dem Lesen verbringen muss.

Wir fanden die meisten Rätsel ganz cool. Ab und zu mussten wir den einen oder anderen Hinweis annehmen. Meist waren wir dann eigentlich schon knapp vor der Lösung, aber eine Kleinigkeit fehlte halt noch. Wenige Details waren dann mal nicht logisch, das war dann aber eher selten.

Fazit: sehr spannende und interessante Rätsel-Erfahrung… definitiv sein Geld wert… gut ist: man macht kein Material kaputt, d.h. nach dem Spielen einfach die Karten sortieren und verschenken, dann haben noch weitere Spieler Spaß damit.

(c)2020 Dirk Trefzger

Material

Regeln

Idee

Spielreiz

Wir danken Kosmos für die Zusendung eines Rezensionsexemplares!

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