Rezension „Glück auf“

Glück auf (eggertspiele/Pegasus)

Die quadratische Box von Glück auf beinhaltet das folgende Material:

– Spielplan
– 4 Bergwerke mit Schachteinlage und Förderkorb
– 48 Tunnelplättchen
– 44 Auftragskarten
– 64 Kohlewürfel (in 4 verschiedenen Farben)
– 72 Arbeiter
– 4 Siegpunktemarker
– 40 Geldscheine
– Sperrplättchen, Wertungsmarker, Schichtzeiger, Startspielerplättchen
– die 8-seitige Anleitung (in zwei Sprachen: englisch und deutsch)

Die grafische Aufmachung, also die Box, der Spielplan, die Bergwerke, die Plättchen,  all das finde ich recht gelungen. Auch das Papiergeld ist ok, wobei mir da Münzen besser gefallen hätten. Blöd ist allerdings, dass die drei Wertigkeiten alle gleichfarbig sind, alle Scheine sind grün, was die Unterscheidung etwas erschwert. Schon beim guten alten Monopoly hatte man erkannt, dass es sinnvoll ist, die unterschiedlichen Scheine in unterschiedlichen Farben zu gestalten. Auch auffällig ist leider die Qualität des Materials, welche der Optik deutlich hinterher hinkt. Die Bergwerke und die Plättchen sind nicht plan, also merkbar  verzogen. Die Bergwerke und die passenden Schächte dazu müssen erst einmal zurecht geboten werden, damit die halbwegs ordentlich auf dem Tisch aufliegen. Auch die Holzfiguren der Arbeiter sind nicht gleichmäßig verarbeitet; man hat etwas den Eindruck, als hätte man da wirklich am Material gespart, was schon etwas schade ist.

Wie der Titel des Spiels schon vermuten lässt: es geht um Kohleabbau… und zwar gegen Ende des 19. Jahrhunderts in Essen, lange vor den beliebten jährlichen Spielemessen in eben dieser Stadt. Jeder Spieler besitzt ein eigenes Bergwerk, welches nach und nach mit Tunnelplättchen ausgebaut wird. Es gibt vier verschiedene Tiefen, in denen unterschiedliche Kohlesorten abgebaut werden können. Die Kohlewürfelchen werden mit dem Förderkorb zu Tage gefördert und dort zum Erfüllen von Auftragskarten verwendet. Die Schachteinlage des Bergwerks ist etwas flacher als das Bergwerk selbst, so dass man den Korb in dieser Führung hoch und runter schieben kann, witzige Idee. 

Volle Auftragskarten werden über eine Aktion auf dem zentralen Spielplan abtransportiert. Karten, die das selbe Transportmittel benötigen, können gleichzeitig eingelöst werden, was dann die wertvollen Siegpunkte bringt. Auf dem zentralen Spielplan können dann neue Tunnelplättchen mit abgebildeten Loren gekauft werden, es kann Geld kassiert werden, es können neue Auftragskarten genommen werden und es können Aktionspunkte für die Kohleförderung erworben werden. Diese nutzt man dann, um in seinem Bergwerk den Förderkorb zu bewegen, Kohl ein- und auszuladen, etc. Zur Auswahl der ganzen Aktionen besitzt jeder Spieler Arbeiter (abhängig von der Spieleranzahl). Die Aktionsfelder können dabei mehrmals genutzt werden. Steht z.B. auf einem Aktionsfeld ein Arbeiter, kann ein anderer (oder auch der selbe Spieler) dieses Feld ebenso nutzen, in dem er einfach einen Arbeiter mehr drauf stellt als bisher drauf stand, in diesem Fall also zwei. Der bisherige Arbeiter wird in die Kantine geschickt und wartet dort, bis die Schicht vorbei ist. Reihum werden so die Arbeiter eingesetzt, bis keiner der Spieler mehr Arbeiter übrig hat. Dann ist die Schicht vorbei. Abhängig von der Schicht gibt es noch eine Wertung und alle Spieler erhalten ihre Arbeiter zurück; dann beginnt die nächste Schicht. Insgesamt werden drei Schichten gespielt. Zum Schluss gibt es noch Punkte für ein paar Sachen und dann gewinnt der Spieler, der die meisten Punkte sammeln konnte.

Das Spiel spielt sich wirklich sehr flott. Der Ablauf ist eingängig und eine Downtime ist nicht groß vorhanden, selbst in Vollbesetzung (also zu viert). Das kommt mir als „aus dem Bauch“ -Spieler natürlich sehr entgegen. Bis auf das Gimmick mit dem verschiebbaren Förderkorb macht „Glück auf“ nicht wirklich was neu, doch die vorliegende Komposition des Autoren-Duos finde ich sehr gelungen. Auch zu zweit funktioniert „Glück auf“ recht gut, wobei der Reiz zu dritt oder zu viert etwas größer ist. Etwas schade finde ich, wie oben schon erwähnt, die durchwachsene Qualität des Materials. Vor allem das Kartonmaterial hätte von deutlich besserer Qualität sein können. 

Fazit: gutes Familienspiel mit moderater Spieldauer, unkomplizierter und flotter Ablauf, aber mit kleineren Materialschwächen.

 (c)2014 Dirk Trefzger

Material

Regeln

Idee

Spielreiz

Wir danken Pegasus für die Zusendung eines Rezensionsexemplares!

Schreibe einen Kommentar