Rezension „Sprawlopolis“

  • Verlag: Quined Games
  • Autor: Steven Aramini, Danny Devine, Paul Kluka
  • Spieleranzahl: 1 - 4 Spieler
  • Alter: ab 8 Jahren
  • Dauer: ca. 15 - 20 Minuten
  • Jahrgang: 2019
Sprawlopolis (Quined Games)

In der kleinen (sehr stabilen) Box findet man 18 Karten, einen Wertungsblock und die englische Spielanleitung. Die Rückseite der kleinen Box suggeriert eigentlich, dass der Box auch noch die Anleitungen drei weiterer Sprachen (auch deutsch) beiliegt, doch leider ist es nur die Englische. Aber: man kann die anderen Sprachen auf der Webseite des niederländischen Verlags downloaden… immerhin.

Die 18 Karten sind doppelseitig. Die eine Seite zeigt verschiedene Wertungsbedingungen, die andere Seite zeigt immer die vier Gebiete, die man in seiner Stadt anbaut… immer in unterschiedlicher Anordnung und immer mit einer oder zwei Straßenverläufen darauf. Optisch sind die Karten eher Durchschnitt, besonders hübsch sind die Karten nicht… vom Material her gefällt mir die kleine stabile Box am besten. Schön ist auch, dass auch ein Wertungsblock enthalten ist. Das vermisst man hin und wieder sogar bei großen – viel teureren – Spielen.

Entgegen den Erwartungen (kleine Box, Grafik eher mau, nur 18 Karten) ist „Spawlopolis“ ein wirklich cooles Spiel. Man kann „Sprawlopolis“ kooperativ und auch solo spielen. Das Regelwerk ist einfach. Die Karten werden gemischt; drei der Karten werden mit der Wertungsseite nach oben am Rand der Spielfläche ausgelegt. Diese Karten geben drei Wertungsbedingungen vor, über die man in dieser Partie zusätzliche Punkte machen kann. Da immer drei zufällige Karten ausgelegt werden, gibt es mit den 18 Karten ziemlich viele Kombinationen und jedes Spiel hat andere Voraussetzungen… das macht Spaß. So bekommt man bei einer Karte Sonderpunkte für Parkflächen, die an Wohngebiete angrenzen, oder man erhält Punkte für Industriegebiete, die ausschließlich an andere Industriegebiete oder Gewerbegebiete angrenzen… und und und. Die anderen Karten bilden mit der Stadtseite nach oben einen Nachziehstapel. Jeder Spieler erhält eine Karte, der Startspieler erhält drei Karten. Der Spieler an der Reihe legt eine seiner Handkarten an die Stadt an, gibt die weiteren zwei Karten an den Nachbarn weiter und zieht anschließend eine Karte nach. Der nächste Spieler hat dann mit den zwei weitergegebenen Karten und seiner eigenen Karte auch wieder drei Karten, sucht sich eine Karte aus und legt sie in die Stadt an. So geht das weiter, bis alle 15 Karten in die Stadt „gebaut“ wurden. Karten dürfen auch teilweise oder ganz überlegt (also überbaut) werden.

Neben den drei Wertungskarten macht man mit den größten Flächen einer Gebietsart noch viele Punkte. So bringt also das größte Wohngebiet beispielsweise 6 Punkte, wenn man 6 rote Flächen aneinanderbauen konnte. Minuspunkte erhält die Gruppe dagegen für Straßen in der Stadt. Je mehr einzelne Straßenstücke man also baut, um so mehr Minuspunkte muss man hinnehmen. Ziel ist es nun, dass die Gruppe mit ihrem Städtebau so viele Punkte erreicht, wie es die Wertungskarten vorgeben; diese sind nämlich mit Werten versehen, die man zusammenaddieren muss, um die Zielpunktzahl zu ermitteln.

Dabei ist der Schwierigkeitsgrad, das gemeinsame Ziel zu erreichen, nicht wirklich niedrig. Man muss schon ganz gut bauen, um das zu schaffen. Da eine Partie aber eh nur ca. 15 dauert, spielt man dann einfach die nächste Runde und weiter geht’s. Solitär funktioniert „Sprawlopolis“ auch ganz gut, aber richtig spaßig ist es, wenn man gemeinsam an einer Stadt baut.

Fazit: „Sprawlopolis“ hat uns als kleines Städtebauspiel tatsächlich überrascht. Speziell die Art, wie die Wertungskarten eingesetzt werden, finde ich super. Ein tolles Spiel, welches man überall hin mitnehmen kann. Es ist schnell aufgebaut, es ist schnell erklärt und es nimmt auf dem Tisch nicht besonders viel Platz weg.

(c)2020 Dirk Trefzger

Material

Regeln

Idee

Spielreiz

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